Preisentwicklung und Lieferzeiten

05.11.2021 08:56

Das oft vermisste, eherliche, offene Wort...

Ich denke es ist dringend notwendig ein Problem der heutigen Zeit auch offen an zu sprechen.

Wir erleben aktuell immer noch erhebliche Preissteigerungen im Einkaufsbereich, dass Ganze, viel früher als der Verarbeiter oder Endkunde. Entgegen der publizierten Ansicht, rechnen wir zumindest bis September 2022 nicht mit einer Veränderung der Tendenzen. Zunächst ist anzumerken, dass weltweite Handelsgeschäfte überwiegend in Dollar abgewickelt werden. Seit ca. Dezember 2020 fiel der Euro zum Dollar um ca. 6 %. Parallel steigen in vielen Bereichen die Einkaufspreise für Rohstoffe (Beispiel Nickel ca. + 24,4 %) erheblich an. Flankiert wird diese Entwicklung durch Frachtkostenanstiege um mehrere 100 % sowie die weltweit, noch lange nicht unter Kontrolle befindliche Corona Pandemie. Bestellungen die man soeben noch für einen extrem hohen Preis bestätigt bekam, sind spätestens mit der nächsten Coronamaßnahme im Produktionsland, wieder unsicher.

Alle, egal ob wir oder unsere Kunden, müssen sich auf diese Situation einstellen. Aussitzen ist nicht möglich da Lagerware nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Bitte bedenken Sie bei Ihren Überlegungen, dass es in Produktionsländern u. U. keine guten Sozialsysteme gibt, Lockdown deshalb gleichbedeutend mit einer Freistellung des Personal ist. Ein schneller Anlauf ist hierdurch schwieriger, als bei uns die Beendigung einer Kurzarbeitsperiode. Die Kummulation führt zu den teils drastischen Preisanstiegen und leider auch immer noch zu Lieferausfällen.

Wir für unseren Teil bemühen uns Versorgungssicherheit zu bieten, dennoch sind nicht alle Engpässe vermeidbar. Planen Sie nicht zu kurzfristig, es wird unserer Meinung nach, weder die vom Wirtschaftsministerium prognostizierte Entwicklung, noch eine Konsolidierung der steigenden Preise eintreten. Wir sehen nach wie vor, teils drastisch steigende Einkaufskonditionen, welche in der nächsten Zeit, mindestens aber noch für die nächsten 9- 12 Monate, beim verarbeitenden Betrieb und in Folge beim Verbraucher/in ankommen. Eine rückläufige Preissteigerung, Anfang 2022, dürfte allenfalls für die Vielzahl der selbsternannten Experten, einschlägig bekannter Medienhäusern erahnbar sein.

In Österreich hat man den Mut eine Anti Dumping Zoll - Warenliste zu veröffentlichen. Leider sucht man soetwas in Deutschland vergeblich. Sehen Sie sich daher die österreichische Liste an es handelt sich um EU Maßnahmen. Link zur Liste (PDF- Download) hier klicken Der Download erfolgt von der Seite des österreichischen Ministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Unserer Meinung nach von einer sicheren Adresse.

Sie sehen auf 25 DIN A4 Seiten eine extreme Vielzahl an Produkten, u. A. z. B. Aufschläge auf Schrauben aus China mit 98 % Anti Dumping Zoll. Diese Zölle werden seitens der EU zum Schutz der innereuropäischen Wirtschaft verhängt. Es soll damit ein Ungleichgewicht verhindert werden. Eine sehr gute Maßnahme, leider aber auch eine, welche die gewohnt konfortablen Preisgestaltungen der letzten Jahre massiv beeinträchtigt.